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Donnerstag, 3. September 2009

Die Schule und der Sinn des Lernens Teil I

Der jüngste Sohn hat sich nun also für die Gesamtschule entschieden. Unterricht zwischen 7.30 Uhr - 16.10 Uhr.
Cirka 870 Schüler, warmes Mittagessen (2,30 Euro), also mal eben 11,50 Euro in der Woche. Zwei Klassenlehrer, ein zuständiger Sozialarbeiter.(Von 4 für die gesamte Schule) Teilung in unterschiedliche Leistungsgruppen vom 7.-10. Jahrgang, eine Integrationsklasse pro Jahrgang, breites AG Angebot (z.B. Segelfliegen in Theorie und Praxis), vielfältige Projekte und vieles mehr steht auf der Homepage der Schule.
Schule in modernem Gewand. Hört sich ja auch alles erst mal ganz gut an. Nur was geschieht wirklich an deutschen Schulen, von denen die meisten ihre Unterrichtsmethoden seit hundert Jahren nicht geändert haben.
Die Realität ist, daß der Lehrplan weiterhin an oberster Stelle steht. Ein Lehrplan der grundsätzlich ohne die Einbeziehung der "Betroffenen", also der Schüler aufgestellt wird und dessen Einhaltung, bei allen Angeboten und Versuchen Schule attraktiver zu machen, immer noch Gesetz ist. Weiterhin wird an einem 45 Min Takt bei den Schulstunden fest gehalten, werden die Teilungen in unterschiedliche Leistungsgruppen nicht altersunabhängig, sondern immer nur Jahrgangs abhängig vollzogen und weiterhin, was ich als das Besorgniserregenste empfinde, werden Lehrer in ihrer Ausbildung nur zu 3-5 % auf ihre pädagogischen Aufgaben vorbereitet. Also praktisch gar nicht. Dies mit 4 Sozialarbeitern für 870 Schüler ausgleichen zu wollen, unter Zugabe von sogenannter Mediation, also Konfliktbewältigung, die zum größten Teil von älteren Schülern durchgeführt wird, die genauso wenig pädagogisch ausgebildete Lehrer hatten, scheint mir wie eine schlechte Verwechslungskomödie daher zu kommen.
In einer Talkshow hörte ich vor kurzem einen hochrangigen Politiker sagen: "Schule ist ja nicht für Erziehung da, sondern für Bildung".
Das heißt also, daß sich das deutsche Schulsystem ganz offen auf die Fahne schreibt, ausschließlich zum "so viel Information wie möglich ins Hirn Hämmern", da zu sein, während für Erziehung andere zuständig sind.
Das gerade Kinder und Jugendliche heutzuage, belastet sind mit tief sitzenden Ängsten, Unsicherheiten und Orientierungslosigkeit, aufgrund den Unwägbarkeiten des Lebens, das die Welt die sie kennenlernen geprägt ist von Sucht nach Anerkennung, Selbstbehauptung und Macht, Gleichgültigkeit gegenüber Armut, Ausbeutung und Umweltzerstörung, scheint im deutschen Bildungsystem keine Rolle zu spielen.
Wenn man bedenkt, daß der jüngste Sohn nun teilweise 9 Stunden pro Tag in der Schule verbringt, klingt das schon weitestgehend paradox und völlig unverständlich.
Halten wir heute und damit auch Teil I abschließend, fest, daß Schule ausschließlich zur Weitergabe von Informationen dient, die auswendig gelernt in Leitungsabfragen wiedergegeben werden sollen. Ohne die Möglichkeit des Hinterfragens, der Prüfung oder des Zweifels, was ja schon deshalb nicht möglich ist, weil es eben im Bildungssystem überhaupt nicht vorgesehen ist. Es handelt sich bei Schule also doch wohl eher um eine weiterführende Konditionierung zu einem ganz bestimmten Zweck.
Darüber sollten wir heute erst mal schlafen und uns diese, eigentlich unglaubliche Tatsache einmal deutlich vor Augen führen. Weiter gehts in den nächsten Tagen.
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3 Kommentare:

  1. Der Zweck des Schulsystems ist eben unsere Kinder zu steuerzahlenden Konsumidioten zu konditionieren, die alle 4 Jahre ihr Kreuz machen und ansonsten keine Fragen stellen.

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  2. es wird massenhaft kreatives Potential der Kinder vernichten, in dem wir ihnen nichts anders als Herrschaftwissen aufzwingen. Aber das wird sich rächen und es hat bereits begonnen.

    Die Politiker reden gern von der Selbstbestimmung der Kinder und Jugendlichen aber im Grunde dürfen sie garnichts mitbestimmen sondern werden in der Schule eher wie sklaven gehalten.

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  3. Unsere Kinder werden lediglich als Konsumsklaven oder als Soldaten für künftige Kriege benötigt. Die Bildungsoffensive ist ein Ammenmärchen. Deutschland steht hier auf den letzten Plätzen in Europa. Die Zukunft bietet keine guten Aussichten. Es wird daher lediglich für die Reichen vorgesorgt. Deshalb das ganze Geschwafel von den Eliten-Schulen. Wer aber glaubt, dort säßen reifere, waisere und bessere Menschen, der irrt. Diese Kids halten sich zumeist jetzt schon für Herrenmenschen. Dazu kommt, dass die immer knapper werdenden Jobs nur die bekommen, die sich rigoros und egoistisch verhalten. Ergo werden es bald nur noch A....löcher sein, die in Lohn und Brot stehen und dann natürlich alles weitere bestimmen wollen. Dann gute Nacht.

    Nibiru

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